
Sterne gewinnen das Spitzenspiel
Nach Halbzeitrückstand gewinnt Keltern 79:64 gegen Saarlouis und setzt sich an der Spitze der Basketball-Bundesliga etwas ab.
ANDREAS WAGNER | KELTERN (PFORZHEIMER ZEITUNG)
Die Speiterlinghalle in Dietlingen war voll besetzt, stimmungsreich die Atmosphäre beim letzten Heimspiel der Rutronik Stars im Jahr 2025 – das zugleich das Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Zweiten war. Wer kam, musste es nicht bereuen. Keltern und Saarlouis lieferten sich eine packende Begegnung mit unterschiedlichen Halbzeiten. Nach den ersten 20 Minuten hatten die Gäste die Nase vorn, dann drehten die Sterne das Spiel und dominierten es am Ende.
„Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Wir haben nicht das gespielt, was wir wollten“, sagte Kelterns Cheftrainerin Matea Tavic. Das lag vor allem auch an den Royals aus dem Saarland, die mit einer intensiven Defensive und lauffreudig den Sternen das Leben offensiv schwer machten. Zwar erwischten die Gastgeberinnen einen Start nach Maß, lagen nach zwei verwandelten Würfen, einen davon aus der Distanz, von Alexandra Wilke, nach 90 Sekunden 5:0 vorn und kamen wenig später durch einen Dreier von Ysaline Saulnier zum 8:2. Doch nach dem 10:4 durch Karina Konstantinova Mitte des ersten Viertels gelang Keltern fast fünf Minuten lang offensiv nichts mehr – die Würfe fanden nicht ihr Ziel, zudem erzwangen die Gäste immer wieder Ballverluste. Acht Turnover bei Keltern im ersten Viertel (Saarland: zwei) und sieben Steals bei den Royals (Keltern: einen) wies die Statistik aus. Da half den Sternen auch die Überlegenheit bei den Rebounds nicht. Die Royals trafen in der Offensive nun auch aus der Distanz und gingen nach zuvor sieben vergebenen Dreier-Versuchen mit einem 9:0-Lauf in Führung (13:10). Ins zweite Viertel ging es dann mit einem 15:12-Vorsprung für die Royals, die ihn gleich auf 18:12 ausbauten. Angeführt von ihrer starken Spielmacherin Martha Burse (19 Punkte in der ersten Halbzeit, 30 am Ende) behaupteten die Gäste in der Folge ihre Führung. Keltern kam kurzzeitig auf einen Punkt ran (19:20, 21:22), aber die Führung wechselte in der ersten Halbzeit nicht mehr – 37:32 lag Saarlouis zur Pause vorn.
Das Blatt wendet sich
In der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt. Die Gäste zahlten allmählich Tribut für ihr energieintensives Spiel – hinzu kam, dass in Emma Eichmeyer eine auch defensiv wichtige Spielerin früh im dritten Viertel mit vier Fouls belastet war, daher länger auf der Bank saß und nach ihrer Rückkehr auf das Spielfeld ihr fünftes Foul kassierte – mehr als zehn Minuten vor Schluss war sie somit ganz raus. Keltern hatte den Fünf-Punkte-Rückstand zur Halbzeit im dritten Abschnitt beim 44:44 wettgemacht. Vor allem Alex Kiss-Rusk war enorm wichtig in dieser Phase – genauso wie Alexandra Wilke, einmal mehr die Topscorerin der Sterne. 53:48 führten die Rutronik Stars, doch zog Saarlouis noch einmal gleich (53:53). Zum Ende des dritten Viertels stand es 55:53 für Keltern. Im Schlussabschnitt gelang den Rutronik Stars fünf Minuten lang fast alles und den Gästen fast nichts. Mit einem viertelübergreifend 20:0-Lauf legte der Tabellenführer 20 Punkte zwischen sich und den Gegner (73:53). Damit war die Gegenwehr der Gäste gebrochen – auch weil die von Beginn an gute Verteidigung der Sterne nichts an Aggressivität eingebüßt hatte, während die Beine der Royals müder geworden waren und die Schritte langsamer. „Wir sind bei unserem Plan für das Spiel geblieben, das hat sich in der zweiten Halbzeit ausgezahlt“, so Kelterns Spielmacherin Karina Konstantinova, die den Sieg dem Team zuschrieb. „Entscheidend war die Mannschaftsleistung. Es war egal, wer von der Bank kam“, sagte Konstantinova. „Außerdem waren wir gut in den Rebounds und haben es in der zweiten Halbzeit geschafft, das Umschaltspiel des Gegners zu stoppen.“ Sterne-Trainerin Matea Tavic lobte ihr Team für die Leistung nach dem Seitenwechsel – und das nach strapaziösen Wochen und dem bitteren Aus mit zwei Niederlagen in den EuroCup-Play-offs. Schon deshalb „war der Sieg für uns sehr wichtig“. In der Tabelle hat sich Keltern nun etwas abgesetzt, vier Punkte beträgt der Vorsprung auf die Verfolger.
„20 Minuten sind nicht genug“
Dessen ist sich auch Royals-Coach Matiss Rozlapa bewusst, dessen Team innerhalb weniger Woche zum zweiten Mal Keltern unterlegen war. Eine Halbzeit lang durfte er am Sonntag auf einen Auswärtserfolg hoffen. „20 Minuten sind aber nicht genug“, so Rozlapa, der die Niederlage neben dem auch in der Breite gut besetzten Kader der Rutronik Stars vor allem deren guter Verteidigung zuschrieb. „Damit haben sie uns aus dem Spiel gedrängt.“











